Kopfläuse (Pediculus humanus capitis) sind winzige, flügellose Parasiten, die sich auf der menschlichen Kopfhaut ansiedeln und sich von Blut ernähren. Sie sind nicht gefährlich, aber sehr ansteckend und unangenehm.
Besonders betroffen sind Kinder in Kindergärten und Schulen.
Symptome & Erkennung
- Starker Juckreiz auf der Kopfhaut (durch Speichel der Laus)
- Sichtbare Nissen (Eier) nicht unbedingt am Haaransatz oder hinter den Ohren oder im Nacken. Nissen können sich überall am Haar befinden.
- Selten: kleine Kratzwunden oder Hautreizungen
Verbreitung & Ansteckung
- Läuse werden nicht durch mangelnde Hygiene, sondern durch engen Körperkontakt übertragen – z. B. beim Spielen, Kuscheln oder durch gemeinsam genutzte Kämme, Mützen oder Kuscheltiere.
- Haustiere sind keine Überträger.
Behandlung
- Anwendung von arzneimittelhaltigen Läusemitteln (z. B. Permethrin, Dimeticon) nach Behandlungsplan
- Nissen sorgfältig auskämmen (Läusekamm!) oder mit den Fingern einzeln herausziehen (durch das Läusemittel löst sich der Klebstoff) oder das einzelne Haar abschneiden.
- Textilien, Kuscheltiere, Kämme usw. gründlich reinigen oder in einem Plastiksack 10 Tage verschließen und dadurch die Läuse aushungern.
- Nach etwa 8-10 Tagen ist eine Nachbehandlung nötig, um geschlüpfte Jungläuse zu beseitigen
Rechtliche Regelung & Meldepflicht
Nach § 34 Infektionsschutzgesetz gilt:
- Eltern müssen die Gemeinschaftseinrichtung unverzüglich informieren
- Das Kind darf erst nach erfolgreicher Behandlung und symptomfreiem Zustand wieder in die Einrichtung
- Einrichtung muss das Gesundheitsamt informieren, wenn zwei oder mehr Fälle gleichzeitig auftreten
Tipp: Hängen Sie im Verdachtsfall einen neutralen Elternhinweis aus (z. B. „Vorsorgliche Kontrolle auf Kopfläuse empfohlen“) und stellen Sie ggf. einen Behandlungsplan zur Verfügung. Broschüren sind auch über ihr Gesundheitsamt zu beziehen.